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Shoah

Shoah - Filmplakat

Doku | Frankreich | 1985

Regisseur Claude Lanzmann verwendet in seinem Dokumentarfilm kein einziges Stück Filmarchivmaterial, da er, laut eigener Aussage, sonst in Versuchung kommen würde, dieses zu vernichten. Alle Aufnahmen wurden innerhalb von elf Jahren mit Zeitzeugen gemacht, die an den Originalschauplätzen des Zweiten Weltkriegs gedreht wurden.
Zu Beginn porträtiert er Simon Srebnik, der als Dreizehnjähriger nach Chelmno deportiert wurde und zur Belustigung der SS Lieder singen musste. Lanzmann konfrontiert Srebnik, der nie wieder in Polen war, gnadenlos mit den Orten, an denen er Furchtbares erlebt hat. Einige erinnern sich immer noch an den kleinen Jungen von damals, doch die antisemitischen Ansichten sind noch immer erschreckend präsent in den Köpfen der Dorfbewohner.
Auch andere Zeitzeugen stellt Lanzmann auf eine harte Probe. In ehemaligen Konzentrationslagern stellen sie oft bis zur völligen Erschöpfung Tätigkeiten nach, die sie für die Nazis ausüben mussten.
Andere Interviewpartner, ehemalige Täter, bringt der Filmemacher derart zum Reden, dass erkennbar wird, dass die alte Ideologie noch heute lebt und sie auf ihre grausamen Taten noch immer stolz sind.

Hintergrundinformationen:

Die polnische Regierung forderte ein vollständiges Verbot des Films, da der Fortbestand des Antisemitismus in Polen thematisiert wird.
Die Dokumentation hat die ungewöhnliche Länge von etwa neuneinhalb Stunden (je nach Fassung).
"Shoah" wurde im "Filmkanon der Bundeszentrale für politische Bildung" zur verbesserten schulischen Vermittlung von Filmkompetenz aufgenommen.

Originaltitel:

Shoah

Alternativtitel:

Regie: