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Lolita

Lolita - DVD-Cover von 'Lolita' (1962)

Komödie, Romanze | Großbritannien | 1961

Der Literaturprofessor Humbert Humbert (James Mason) mietet sich über den Sommer in das Haus der Witwe Charlotte Haze (Shelley Winters) ein. Dort verliebt er sich hoffnungslos in deren 12-jährige Tochter Lolita (Sue Lyon) - der Beginn einer Tragödie.

Hintergrundinformationen:

Das Drama "Lolita" ist der erste Spielfilm, der von Regisseur Stanley Kubrick in England produziert wurde. Es basiert auf dem gleichnamigen Skandalroman des russisch-amerikanischen Schriftstellers Vladimir Nabokov aus dem Jahr 1955. Der Stoff gilt wegen seiner literarischen Struktur und der Pädophilenthematik als schwer verfilmbar. Um den umstrittenen Roman so zu verarbeiten, dass der Film nicht weltweit auf dem Index landet, arbeitete Stanley Kubrick eng mit Vladimir Nabokov zusammen. Kubrick versah den Film mit eigenständigen tragikomischen Akzenten und wich damit nicht unerheblich von der Romanvorlage ab. Er kommentierte sein Werk folgendermaßen: "Wenn Lolita ein Misserfolg geworden ist, dann nur, weil das Erotische fehlt."
Der Film ist in schwarz-weiß gedreht. Die Hauptdarstellerin Sue Lyon spielte aus Stanley Kubricks Sicht die Rolle der Lolita Haze so überzeugend, dass er schon nach kurzer Zeit auf die geschrieben Dialoge verzichtete und sie improvisieren ließ. Der als Spezialist für Auftritte in unterschiedlichsten Rollen und Verkleidungen bekannte Schauspieler Peter Sellers verkörpert Humberts Gegenspieler Clare Quilty. Um Humbert zu täuschen, verkleidet er sich als Polizist und Schulpsychologe. Kubrick war von Sellers so begeistert, dass er an ihn in seinem nächsten Film "Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" (1964) gleich drei der Rollen vergab. Die Komödie verhalf Sellers 1965 zu seiner ersten Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller.
Der Film "Lolita" wurde 1962 für den Directors Guild of America Award nominiert. 1963 bekam das Werk eine Nominierung für den Oscar in der Kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch". Sue Lyon gewann im gleichen Jahr den Golden Globe Award als Beste Nachwuchsdarstellerin.
Im Jahr 1997 wurde das Werk erneut unter dem Titel "Lolita" von Adrian Lyne mit Jeremy Irons und Dominique Swain verfilmt. 1998 veröffentlichte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) das Werk auch als Hörspiel mit den Hauptrollen Ulrich Matthes, Natalie Spinell und Leslie Malton. Am Deutschen Theater in Berlin wird seit März 2003 eine Theateradaption von Oliver Reese als Ein-Mann-Stück mit Ingo Hülsmann in der Rolle des Humbert Humbert gespielt. Desweiteren griff die englische Pop-Rock-Band "The Police" das Lolita-Thema in ihrem 1980 erschienenen Song "Don´t Stand So Close To Me" auf und nahm in einer Textzeile Bezug auf Nabokov.

Originaltitel:

Lolita

Regie:

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Drehbuch:

Musik: