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Der Wolfsjunge

Der Wolfsjunge - Filmplakat

Drama, Biografie | Frankreich | 1970

In einem Wald Südfrankreichs wird ein Junge aufgefunden, der offenbar ohne menschlichen Kontakt aufgewachsen ist. Er kann nicht sprechen und zeigt kein soziales, menschliches Verhalten. Dr. Itard vom Pariser Taubstummeninstitut nimmt sich des Jungen an.

1798 entdeckt eine Frau einen nackten Jungen (Jean-Pierre Cargol) in einem Wald Südfrankreichs. Er wird aufgegriffen, gefesselt und in der Dorfscheune zu Schau gestellt. Nach ersten Fluchtversuchen steckt man ihn in eine Gefängniszelle.
Der Junge wird bald ins Pariser Taubstummeninstitut eingeliefert und von Professor Pinel (Jean Dasté) in die Obhut des jungen Arztes Dr. Jean Itard (François Truffaut) gegeben. Offenbar wurde der so genannte Wolfsjunge, der nun Victor genannt wird, im Kleinkindalter von seinen Eltern mit durchgeschnittener Kehle zum Sterben ausgesetzt. Doch er hat überlebt. Äußerlich zeigt er keine Unterschiede zu anderen Jungen seines Alters, doch sein Verhalten ist nur auf Nahrungsaufnahme fixiert. Er zeigt keinerlei soziales Verhalten und erkennt sein eigenes Spiegelbild nicht.
Dr. Itard verschreibt sich nun ganz der Erforschung und Erziehung Victors. Doch der sonderbare Junge wird nicht lange in der Anstalt geduldet. Nur Dr. Itard ist der Ansicht, dass Victor nicht schwachsinnig ist, sondern durch jahrelange Isolation zu dem wurde, was er nun ist. Um ihn vor der Abschiebung in eine Irrenanstalt zu bewahren, nimmt er Victor mit zu sich nach Hause nach Batignolles, wo ihn die Haushälterin Madame Guerin (Francoise Seigner) fortan betreut.
Neben ersten Erfolgen mit einfachen Übungen wie dem Anziehen, den Tisch decken oder mit dem Löffel essen, reagiert Victor auf sprachliche Übungen so gut wie überhaupt nicht. Auch der Druck aus Paris wächst. Dr. Itard wendet sich ans Ministerium, jedoch beginnt er langsam selbst daran zu zweifeln, ob er die richtigen Entscheidungen getroffen hat.

Hintergrundinformationen:

Das Drehbuch basiert auf den Aufzeichnungen des französischen Arztes und Taubstummenlehrers Jean Marc Gaspard Itard (* 1774, † 1838) aus den Jahren 1801 und 1806, in welchen er das Schicksal und die Entwicklung des Jungen Victor von Aveyron (* um 1788, † 1828) schildert, der als so genanntes Wolfskind 1797 in den Wäldern Südfrankreichs völlig verwildert gefunden wurde.
"Der Wolfsjunge" wurde im "Filmkanon der Bundeszentrale für politische Bildung" zur verbesserten schulischen Vermittlung von Filmkompetenz aufgenommen.

Originaltitel:

L'enfant sauvage

Alternativtitel:

Regie:

Darsteller:

Produktion:

Drehbuch:

Musik: